Wer, was und wieso?

In einem Punkt bin ich wie wohl viele andere Fotografen auch. Ich lasse mich selbst nicht gerne fotografieren. Deswegen existieren auch nicht viele Bilder von mir, die ich mit der Öffentlichkeit teilen würde. Diese ist eine der wenigen Aufnahmern von mir, mit denen ich leben kann. Auch wenn ich inzwischen nicht mehr ganz so jung bin, wie das Bild vermuten lässt, zeigt es mich doch so, wie ich bin und was einen bei mir erwartet: eine – wie ich es gerne formuliere – optische Mischung aus marokkanischem Drogendealer und peruanischem Bananenhändler…

Wie ich die Fotografie sehe, wer ich bin, wieso ich bin, und was ich bin, führe ich im nachfolgenden Textblock zusammen. So tappt man nicht ganz im Dunkeln, wenn man sich fragt, wer denn die Nase ist, die hinter all‘ diesen Aufnahmen steckt.

Kreativ war ich schon immer. Schon in der Schulzeit, als man mir Lesen und Schreiben beibringen wollte, war ich oftmals damit beschäftigt Elefanten und Totenköpfe in meine Schulhefte zu malen. Diese Zeichnerei verfolgte mich auch durch meine Jugend, und irgendwann fand ich mich als Zeichner in einem Tattoo-Studio wieder. Auch wenn ich mit Begeisterung meine Konditorlehre absolvierte und auch noch als Geselle in meinem Ausbildungsbetrieb arbeitete, die Zeichnerei ließ mich nie los. Die Welt digitalisierte sich, und irgendwann flogen die Zeichenstifte und Blöcke in den Müll und wurden durch einen Rechner ersetzt.

Es kam, was kommen musste. Ich sattelte um in den Bereich der Mediengestaltung, und schneller als ich mich versah, war ich auf einmal im Bereich der Werbegrafik am Start und gleichzeitig auch Prüfer im Prüfungsausschuß der IHK Darmstadt.

Zu meinen Aufgaben gehörte unter anderem das Layouten von Covern, für diverse Magazine und immer wieder bekam ich Aufnahmen von „Top-Fotografen“ an die Hand, aus denen ich dann irgendwas Covertaugliches stricken musste.

Ich sagte mir: „Also, das bekommste bestimmt besser hin, wenn Du’s selbst machst…“ So in etwa begann alles. Eine Kamera kam ins Haus, und damit veränderte sich mein ganzes Leben. Es gab nur noch ein einziges Thema, die Fotografie. Tags, nachts, unter der Woche und am Wochenende wurde jede freie Sekunde genutzt, um zu lernen, zu knipsen und sich in diese Thematik reinzuarbeiten.

Es folgte das erste Studio mit 180m², ein Sponsoring eines Lichtherstellers, die Zusammenarbeit mit mehreren Make-up Artist-Schulen und den ersten Agenturen.

Mein Traum war es, einer der bekanntesten Beauty-Fotografen zu werden. Frauen mit den tollsten Make-ups und Haarkreationen noch schöner aussehen zu lassen und damit Aufnahmen zu kreieren, die für diesen „Wow“-Effekt sorgen.

Ich hatte NIE die Möglichkeit, in diesem Bereich Fuß zu fassen. Und ich habe wahrlich alles versucht. Es gab aber auch eine Sache, die ich NIE fotografieren wollte… Mode!

Man sieht, es hat wunderbar geklappt.

Ich brauchte vom Kauf der Kamera bis zur ersten Image-Kampagne für einen Modehersteller in Monaco 2,5 Jahre. Kaum waren diese Aufnahmen veröffentlicht, stand schon der nächste Kunde parat und schickte mich nach Italien.

Ich gewann immer mehr Spaß, verstand auf einmal, was Modefotografie wirklich ist. Fragt man heute Fotografen, die nicht in diesem Bereich arbeiten, was Modefotografie ist, kommt als Antwort gerne: „Na, wenn die Models was an haben…“

Genau, viele Fotografen lieben es nackte Frauen zu fotografieren, was ja auch okay ist. Der Reiz, bekleidete Menschen zu fotografieren, ist sicherlich nicht so ausgeprägt, wie nackte Haut abzulichten.

Wenn dann Fotografen auf einmal auf den Trichter kommen, sich in der Modefotografie auszutesten, trennt sich ganz schnell die Spreu vom Weizen. So lächerlich es klingen mag, die Modefotografie hat ihre eigenen Gesetze. Einfach nur jemanden hinzustellen und abzudrücken, wird in den seltensten Fällen zu Ergebnissen führen, die Freude machen, oder eben beim Auftraggeber auf Anklang stoßen.

Wie ich über die Jahre feststellen musste, wird speziell in der Modefotografie gegen so einige Grundlagen der „guten alten Fotografie“ verstoßen. Weil erst dann der Sinn und Zweck echter Modeaufnahmen erfüllt werden kann.

12 Jahre habe ich jetzt in diesem Bereich auf dem Buckel, habe mir ein immenses Fachwissen amgeeignet. Und genau dieses hilft mir dabei, mich immer wieder neu zu erfinden und Kunden aus aller Welt mit meinen Aufnahmen zu beglücken.

Ich war in Ägypten, in der dominikanischen Republik, in Dubai, in Monaco, in Italien und immer wieder in Spanien, speziell auf Ibiza.

Hier, so hat das Universum beschlossen, sollte mein zweites Wohnzimmer entstehen. Was auch der Grund dafür ist, dass ich bis zu fünfmal im Jahr, auf meiner heiligen Insel bin.
Mein Netzwerk da drüben erstreckt sich von der stärksten Modelagentur über die Top-Adresse des ibizenkischen High Fashion-Design hin zu frei arbeitenden Models und – nicht zu vergessen­ – Locations, die das Fotografenherz höher schlagen lassen.

Über die Jahre auf Ibiza kam es dann durch Empfehlungen zu Shootings auf Lanzarote und in der Modemetropole Madrid. Auch hier wurde das Netzwerk zu Magazinen weiter ausgebaut und der Kundenstamm erweitert.

Irgendwann kamen dann auch Fragen von anderen Fotografen: „Kannst Du mir mal dies und das zeigen? Wie machst Du das, auf was habe ich zu achten, wenn ich….“ usw.

Also begann ich so nach und nach zu coachen. „Workshops“ mochte ich nie, weil ich nicht der Typ bin, der vorgefertigte Standardprogramme abspult. Was mich reizte, war es, meine Coachings genau auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse des Einzelnen auszurichten, ausgehend von dessen aktuellem Stand.

Ich liebte und liebe es, zu sehen, wie oft schon während dem Coaching zu sehen ist, wie meine Schützlinge richtige Sprünge in ihrer Fotografie hinlegen, das Erlernte umsetzen und auf einmal ein richtiger Qualitätssprung zu sehen ist.

Bisher habe ich Fotografiebegeisterte aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, aus Belgien, und der Türkei unter meine Fittiche genommen. Aber das geilste Erlebnis war ein Kunde, der sogar aus Indien angereist kam, um sich von mir neu aufstellen zu lassen.

Bei meinen Auslandsaufenthalten erreichten mich immer wieder Zuschriften. „Nimm mich doch mal mit“….“Ich würde da auch gerne mal dabei sein…“ und „Mach doch mal Shootings, wo man mitmachen kann“… Und genau darauf setze ich jetzt an.

Ich plane, veranstalte und organisiere Shooting-Trips in kleinen Gruppen  aber auch Einzelcoachings auf Ibiza, Lanzarote und auch in Madrid.

Natürlich shoote ich auch weiterhin Mode für meine Kunden. Aber ich werde in Zukunft so Einiges im Bereich der Shooting-Reisen machen, um zwei meiner Leidenschaften auszuleben: Die Fotografie an sich, und das Weitergeben von Wissen an Menschen, denen ebenso viel an der Fotografie liegt wie mir.

Ich freue mich auf das was kommt.

Viele liebe Grüße

Ingo

 

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Nachtrag: Warum eigentlich Studio-World?

Um alles für meine Kunden komfortabler zu gestalten, bezog ich mit meinem Team 2011 ein neues Studio. Auf einer Fläche von 360m²  baute ich alles, was das Herz eines People-, Mode- & Werbefotografen höher schlagen lässt. Ich wollte einen Namen, der das Gesamtangebot von selbst erklärt. Werbefotografie, Privatkundenfotografie, Make-up & Hair-Center, Verkauf von Lichttechnik, Test-Studio für einen Lichtanlagenhersteller und entschied mich für den Namen „Studio-World“.

Unter diesem führte ich das Studio 7 Jahre lang.

2018 musste ich eine Lebenskrise meistern, die mich bitterböse zurückwarf. Ich verlor kurz hintereinander meine Eltern und unseren geliebten Hund.

Ich musste eine Auszeit nehmen, meiner Trauer Raum schaffen und versuchen, mich wieder aufzustellen. Ich entschied mich zu einigen drastischen Maßnahmen. Ich verkaufte meine Wohnung, und zog zurück in die Wohnung meiner Eltern, in der ich aufgewachsen war. Dann schloss ich das Studio und befreite mich von allem, was mich „binden und begrenzen“ würde.

Was ich nie aus den Augen verlor, waren die beiden Worte „Studio“ und „World“.

Ich begann umzudenken, und hatte auf einmal ein neues Motto: „Make the World your Studio“, auf Deutsch übersetzt „Mach‘ die Welt zu Deinem Studio“. Genau daran arbeite ich gerade und genau das ist auch der Grund, wieso ich diese Webseite auf genau diese Domain gepackt habe.